und die Aufforderung seinen 10 Thesen zu widersprechen, zu diskutieren ...
1. Print als Massenmedium stirbt
Meines Erachtens falsch, jedenfalls nicht im 21. Jahrhundert. Print gibt Anteile und Segmente ab, was ja auch gut für die Umwelt ist, u.a. als Tages-, Morgen- und/oder Abendzeitung.
2. Social Networks werden Kommunikationstool für jedermann
Meine Meinung: Entlang soziale Netzwerke, in sozialen Netzwerken wird kommuniziert - Netzwerke sind keine Kommunikationstools
3. E-Mail verschwindet nicht
(Na, von Zeit zu Zeit verschwinden auch eMails), aber da stimme ich zu, eMail Kommunikation - eigentlich der digitale Transport Mails / Briefen - hat sich etabliert, wird aber in ihrer Bedeutung (gegenüber IM, Chat, Video-Messinging, Social Tools wie Wikis, etc) erheblich abnehmen.
4. “The Winner takes it all”-Theorie behält Gültigkeit
In der Praxis lässt es sich aber auch im Long Tail und mit Innovationen ganz gut leben.
5. Personalisierte Werbung wird zum Standard
Personalisierte Werbung muss nichts “Anzeige(n)” - institutionalisierte Werbung verliert an Wert, 'entschwindet' der Aufmerksamkeit aktiver Consumers
6. E-Commerce steigt zu populärem Geschäftsmodell auf
eCommerce als Geschäftsmodell? populär? Das ist zu hoch für mich …
7. Bezahlte Inhalte erleben Renaissance
8. Marketing wird erheblich komplizierter
Marketing wird erheblich einfacher, weil man es jetzt direkt mit jedem seiner Kunden auskaspern kann
9. Physische Distribution von Musik und Film ist bald Geschichte
Ob die physische Distribution auf Zwischenträger geschichtswürdig ist/war? Immerhin kann man eine gut gemachte Verpackung ins “Bücherregal” stellen
10. Lineares Fernsehen wird sich (vorerst) behaupten
Nun es stirbt als Massenmedium genauso nicht, wie Print, wie Radio …
In der regen Diskussion verteidigt Martin Weigert seine Thesen dann auch schon einmal mit Zitaten von Honecker (Print=Mauer, statt Gorbaschow's 'Wer zu spät kommt ...') und innovativen Definitionen und Annahmen (Massenmedien, der Vernunft der Konsumenten). Wie andere auch, habe ich damit argumentiert, dass bisher jedenfalls, neue Massenmedien, alte Massenmedien nicht ersetzt haben, sondern sich alle irgendwie 'neu' eingerichtet, eingerüttelt haben.
Dabei habe ich noch einmal den 'The State of the Newsmedia 2004' (die neue Ausgabe ist gerade erschienen) ausgegraben. Dieser führt aus, dass (in USA) das Problem in den späten 40er Jahren begonnen hat. Seit dieser Zeit sank - mehr oder weniger kontinuierlich - der Anteil der Amerikaner eine Zeitung gelesen haben. Dass die absoluten Auflagen trotzdem gestiegen sind lag an der wachsenden Bevölkerung, in den 80ern waren dann die Auflagen stabil und ab 1990 dann, waren die Auflagen rückläufig.

Source: Editor and Publisher Yearbook data
Wie man aber aus diesem Chart sieht, hatte das neue Massenmedium TV ganz extreme Auswirkungen auf das alte Massenmedium 'zeitung' in der Erscheinungsform 'Abendzeitung' - denn da saß von nun an die Nation vor der Glotze .... (die Fortführung bis 2006, hier)

Source: Editor and Publisher Yearbook data
und die Anzahl der angebotenen, verfügbaren Zeitungen (die Fortführung bis 2006, hier)
Insofern stimme ich der These zu, dass die Verfügbarkeit und Nutzung von Internet & Mobile ganz erhebliche Auswirkungen auf Print hat und weiter haben wird. Ob aber, besser, wie aber Print überlebt liegt an dem Willen, der Klugheit und Geschicklichkeit der Anbieter von Print und ihrer Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse und das verhalten ihres Klientels.
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